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Flüchtlingsfachkräfte: „Hoch motiviert und immer fleißig“

28. März 2017
Silke Becker, Racham Sher Shinwari und Maik Athanasiadis. Foto: Agentur für Arbeit
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Wolfsburg. Im Rahmen der bundesweiten Aktion „Woche der Ausbildung“ der Bundesagentur für Arbeit vom 27. bis 31. März soll deutlich werden, warum Flüchtlinge eine große Chance für die hiesige Wirtschaft sind.

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Der 18-Jährige Racham Sher Shinwari aus Afghanistan absolviert seit Dezember seine Einstiegsqualifizierung (EQ) bei Athanasiadis Baugesellschaft mbH in Wolfsburg und macht seinen Job richtig gut.

Racham sitzt mit seinem Chef Maik Athanasiadis, Geschäftsführer von Athanasiadis Baugesellschaft mbH, am Tisch und lächelt. Er ist froh, hier arbeiten zu dürfen. Vor 15 Monaten ist er aus Afghanistan geflohen. „Bei uns ist Krieg. Mein Bruder wurde schwer verletzt. Meine Eltern hatten große Angst, dass mir dasselbe passiert. Also haben sie mich weggeschickt. Fast vier Monate war ich unterwegs bis ich in Deutschland ankam. Ich vermisse meine Eltern und meinen Bruder. Letztes Jahr habe ich nur einmal mit ihnen telefonieren können, sie haben keinen Empfang, dort wo sie wohnen. Hier arbeiten zu dürfen, bedeutet mir viel.“

Maik Athanasiadis erzählt: „Racham wohnt als unbegleiteter und bis vor kurzem minderjähriger Flüchtling im CJD. Wir hatten dort in der Nähe eine Baustelle und Racham hat immer interessiert zugeschaut und gefragt, ob er helfen dürfe“. Lächelnd erzählt er weiter: „Das durften wir natürlich nicht erlauben, aber als er sich dann bei mir im Betrieb mit seinem Betreuer aus dem CJD vorstellte, habe ich ihn zum Praktikum eingeladen. Seit Dezember absolviert er bei uns die EQ im Rahmen Sprint Dual. Und das macht er wirklich gut. Er ist hoch motiviert, pünktlich und immer fleißig. Im August kann er seine Ausbildung bei uns beginnen. Wir haben seit langer Zeit schon Probleme, Bewerber für unsere Ausbildungen zu finden. Von daher ist Racham für mich aus betriebswirtschaftlicher und menschlicher Sicht ein Gewinn.“

Sprint dual bedeutet für Racham, dass er zwei Tage Berufsschule hat, die ihm schulische und sprachliche Fähigkeiten vermitteln. Die anderen drei Wochentage ist er im Betrieb und absolviert die EQ, die ihm den Weg in die Ausbildung ebnet.

Papierkrieg zu bewältigen

Das es auch aufwändiger ist, Flüchtlinge einzustellen, verheimlicht Maik Athanasiadis nicht: „Der Bürokratieaufwand, bis wir Racham über das Projekt Sprint Dual bei uns in die Einstiegsqualifizierung bekommen haben, war groß. Man muss schon Zeit investieren. Es gibt den Papierkrieg, den es zu gewinnen gilt. Bei uns arbeitet ebenso noch ein junger Mann aus Albanien, auch er ist in einer EQ, ist hoch motiviert und startet im Sommer seine Ausbildung. Auch hier haben wir Zeit in die Formalien investiert, aber es hat sich in beiden Fällen gelohnt! Ich bin der Arbeitsagentur, insbesondere Frau Becker, sehr dankbar, dass sie uns hierbei in vielen Belangen unterstützt hat und berät.“

Silke Becker, Mitarbeiter des gemeinsamen Arbeitgeber-Services der Arbeitsagentur und des Jobcenters Wolfsburg führt aus: „Ich freue mich sehr, dass Racham nun seine berufliche Karriere hier bei Herrn Athanasiadis starten kann und damit sicher auch ein Stück mehr in Deutschland angekommen ist. Ich freue mich aber auch für Herrn Athanasiadis. Wir kennen die Probleme der Unternehmen der Baubranche, geeignete Bewerber zu rekrutieren. Flüchtlinge bieten hier ein neues Potenzial, geeignete Fachkräfte von morgen zu finden. Wir stehen hierbei allen Arbeitgebern gern rund um die Einstellung von Flüchtlingen zur Verfügung.“

Azubi freut sich auf Straßenbau

Abschließend sagt Racham „Ich freue mich sehr auf meine Ausbildung. Ich freue mich darauf, Straßen zu bauen. In Afghanistan gibt es keine Straßen wie hier.“ Auf die Frage wie es ihm hier geht, sagt er „Ich habe nette Kollegen und einen sehr netten Chef, alle helfen mir.“

Unterstützung und weitere Informationen zu diesem Thema erhalten Arbeitgeber bei ihrem Ansprechpartner im gemeinsamen Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Wolfsburg und des Jobcenters Wolfsburg oder unter 0800 4 5555 20 (kostenfrei).

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