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Flüchtlingsschiff legt in Wolfsburg an

11. September 2017 von
Die „Al-hadji Djumaa" wirft ihren Anker vor Wolfsburg. Fotos: Jan Weber
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Wolfsburg. Heute hat ein Schiff mit 70 Kupferfiguren vor der Autostadt angelegt. Die Figuren repräsentieren Menschen, wie die, die im Sommer 2013 von Afrika nach Europa flüchteten. Das sozial-kulturelle Schiffsprojekt wurde unter anderem vom Oberbürgermeister Klaus Mohrs in Empfang genommen. Morgen geht es für die Kupferfiguren dann weiter nach Magdeburg.

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Den Kern des Projektes bildet die Reise von zwei Schiffen mit mehreren Stationen in Hafenstädten entlang der deutschen Nordseeküste und kreuz und quer durch Deutschland über Flüsse und Kanäle. Die Schiffe heißen „MS Anton“ und „Al-hadj Djumaa“. Auf den Schiffen befinden sich 70 Kupferfiguren des dänischen Künstlers Jens Galschiøt, die ganz unterschiedlich anmutend als Gesamtkunstwerk installiert sind. Die Figuren zeigen Männer und Frauen, junge und alte Menschen, Kinder und Familien. Insgesamt spiegeln sich vier Ethnien in den Skulpturen wider und zeigen auf, dass Flucht nicht nur ein territorial begrenztes Thema ist.

In der Norderneyer Erklärung werden Kernpositionen zum Thema Flucht und Migration formuliert

Ziel dieses sozial-kulturellen Schiffsprojektes sei es, mit diesem „Hingucker“ und mit den begleitenden Veranstaltungen und Aktionen entlang der Route Gelegenheit zu bieten, sich mit dem Thema Flucht und Migration auf eine andere Weise als gewohnt auseinander zu setzten. Als Grundlage diene dafür die Norderneyer Erklärung. Hier werden Kernpositionen zum Thema Flucht und Migration formuliert, die sowohl grundsätzlicher Natur seien als sich auch auf die Rolle der Kinder- und Jugendhilfe beziehen. Durch dieses Projekt werde auf die Situation der Flüchtenden vor, während und nach der Flucht aufmerksam gemacht. Hier solle insbesondere der Fokus auf die Schwächeren, das heißt auf die Kinder, die Jugendlichen, die Frauen und auf die jungen Familien gerichtet werden.

282 Menschen waren damals mit der „Al-hadj Djumaa“ auf der Flucht

Die erste Station war Bremen, wo die „MS Anton“ vom 28. Juli bis zum ersten August ihren Anker warf. In Papenburg wechselten die Kupferfiguren vom 16. August bis zum 21. August auf die „Al-hadj Djumaa“ über. Die „Al-hadj Djumaa“ sei kleiner als die „MS Anton“ und daher binnenschifffahrtstauglicher. Sie war im Sommer 2013 mit 217 Eritreern und 65 Äthiopiern an Bord aus Ägypten gekommen und wurde vor Lampedusa von der italienischen Küstenwache beschlagnahmt. „Alle überlebten.“, sagte Valentin Lülsdorf, aktuelles Crew-Mitglied.

Leider fehle es immer noch vielerorts an Menschlichkeit

Das Schiff macht heute und morgen in Wolfsburg Halt. Für Oberbürgermeister Klaus Mohrs ist es ein Skandal, wie wir mit dem Thema „Flucht“ umgehen, da es diesbezüglich vielerorts an Menschlichkeit fehle. In Wolfsburg habe es eine gewisse Solidarität für Flüchtlinge gegeben, aber in manchen Stadtteilen gab es auch Beschimpfungen. „Ich würde mir wünschen, dass die Schreihälse von damals jetzt hier wären.“, sagte er in seiner Rede. Für ihn sei das Flüchtlingsthema eine Herausforderung, der wir uns gemeinsam zu stellen haben. Auch Claudius Colsman, der neue Geschäftsführer der Autostadt, ermutigte die Besatzung, dass es einfach dazu gehöre, sich dem „Diskurs“ zu stellen. Am 30. September wird die „Al-hadj Djumaa“ dann pünktlich zum nationalen Flüchtlingstag in Berlin erwartet.

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