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Gedenkstätte KZ-Neuengamme unterstützt Wolfsburgs Pläne

18. Mai 2017
Die Fundamentreste des KZ-Außenlagers Neuengamme sollen an anderer Stelle wieder aufgebaut werden Foto: Christoph Böttcher
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Wolfsburg. Nach Plänen der Stadt sollen die gefundenen Fundamentreste des KZ-Außenlagers Neuengamme erhalten bleiben, allerdings an einem anderen Ort des ehemaligen Lagerbereiches. Diese Lösung wird auch vom Leiter der Gedenkstätte KZ-Neuengamme unterstützt.

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„Die Pläne, die Barackenfundamente der Gefangenenbaracke 4 des Außenlagers Laagberg des KZ-Neuengamme zu translozieren, stellen eine keineswegs unübliche Praxis des Verlegens eines historischen Fundes dar“, unterstreicht noch einmal Oberbürgermeister Klaus Mohrs das geplante Verfahren. Diese Vorgehensweise wird auch von Dr. Detlef Garbe, dem Leiter der Gedenkstätte KZ-Neuengamme, unterstützt. Auch in anderen Gedenkstätten findet man entsprechende Lösungen.

Errichtung einer Gedenkstätte ist geplant

In Wolfsburg sei dieser Schritt auch daher vertretbar, da die Fundamentreste am historischen Ort der Gefangenenbaracke 1 als Exponat sichtbar gemacht werden sollen. Auf diesem Geländeteil des Außenlagers standen unter anderem ein Wachturm und der Trafo, der den elektrischen Zaun, welcher das Gefangenenlager umgab, mit Strom versorgte. Der anvisierte Standort bietet demnach eine Vielzahl an Möglichkeiten, die Orte des vergangenen Geschehens zu veranschaulichen. Es geht der Stadt Wolfsburg darum, eine gestaltete Erinnerungs- und Bildungsstätte am Standort des ehemaligen Lagers zu präsentieren.

Am Laagberg, auf dem Gelände des ehemaligen Außenlagers des KZ-Neuengamme, soll eine Erinnerungs- und Bildungsstätte errichtet werden. Die dort in den vergangenen Wochen bei archäologischen Untersuchungen freigelegten Überreste einer Baracke des Konzentrationslagers auf dem Laagberg wird die Stadt geschichtswissenschaftlich aufarbeiten. Die Vorschläge werden dann in einer Vorlage zusammengefasst und dem Rat der Stadt zur Beschlussfassung vorlegt.

Die Stadt Wolfsburg sei sich des historischen Kontextes dieses Ortes und dessen Bedeutung für die ehemaligen KZ-Häftlinge sowie ihrer Angehörigen bewusst, heißt es in der Pressemitteilung der Stadt. Die sichtbar gewordenen baulichen Reste legen aufgrund ihrer unerwarteten Vollständigkeit und guten Erhaltungszustand vor allem im nördlichen Bereich Zeugnis ab für die frühe Stadtgeschichte der Stadt Wolfsburgs. Sie ermöglichen einen authentischen Eindruck der menschenunwürdigen Lebensbedingungen der KZ-Häftlinge.

Stadt strebt zweistufiges Verfahren an

Im Rahmen des Abwägungsprozesses zwischen der Erhaltung als Bodendenkmal am Originalfundplatz und der Schaffung eines angemessenen Gedenkortes an anderer Stelle des ehemaligen Laagberglagers mithilfe von translozierten. Fundamentbestandteilen soll im Gesamtprozess ein zweistufiges Vorgehen angestrebt werden, bei dem zunächst die Maßnahmen, die sich aus dem Denkmalschutz ergeben, unter Federführung der Unteren Denkmalschutzbehörde durchgeführt werden. Hierbei handelt es sich um die Sicherung und den Transport der Fundamente. In einem zweiten Schritt ist geplant, unter Federführung des Instituts für Zeitgeschichte und Stadtpräsentation ein Konzept für eine Erinnerungs- und Bildungsstätte unter Wiederverwendung der Fundamente zu erstellen. Das Ziel: transparent und mit wissenschaftlicher Expertise mit diesen baulichen Relikten der Geschichte anschauliche Bildungsarbeit zu ermöglichen und somit reflexiv-konstruktives Geschichtsbewusstsein zu schaffen.

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