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Köster: „Zum Wohl des Patienten verbessern“

5. März 2017 von
Fotos: Lars Landmann
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Wolfsburg. Das Klinikum Wolfsburg hat unter den Wolfsburger Bürgern nicht den besten Ruf, dabei liegt die Patientenzufriedenheit laut AOK-Studie zumindest im Bundesdurchschnitt. regionalHeute.de traf sich mit Klinikchef Wilken Köster über aktuelle Projekte und Ziele zu sprechen.

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Wilken Köster, Klinikchef Wolfsburg. Foto: Lars Landmann

Besonders stolz zeigte sich der Klinikchef von seinem neuen Vorzeigeprojekt, dem neuen Kinderklinikum: „Die Kinderklinik wird spätestens im vierten Quartal 2018 fertig. Dort ist dann alles auf dem neuesten Stand“, so Köster. „Damit reagieren wir auch auf die lange bestehende Forderung nach einer neuen Kinderklinik. Bisher ist es leider aber etwas untergegangen, dass wir bereits im Bau sind, da die Kritik noch ab und zu auftaucht“. Auch grundsätzlich sieht Küster das Wolfsburger Klinikum auf einem guten Weg: „Wir sind sowohl bei der Infrastruktur als auch finanziell recht gut aufgestellt. Unsere Mitarbeiter werden gezielt geschult, so dass wir von Innen heraus wachsen können“.

Kritischer wird Küster jedoch, wenn es an grundsätzlichere Themen geht: „Natürlich ist es auch für uns schwierig, gut ausgebildetes Personal zu finden, einfach weil im Pflege- und Gesundheitssektor ein Fachkräfte Mangel herrscht. Das geht vom Pfleger bis zum Arzt“. Auch die Parksituation bleibt schwierig: „Ja, parken bleibt leider ein Problem. Es gibt zwar Überlegungen, wie man es löst, jedoch auch noch nicht mehr“. Ebenso bemängelt er, dass die Bürokratie dem Klinikum oft Grenzen setzt: „Das ist ein regelrechtes Bürokratiemonster, dessen Sinn man an manchen Stellen manchmal hinterfragen muss. So geht leider oft viel Zeit für den Patienten verloren, der dann darunter leidet“.

Wolfsburger sollen in Wolfsburg behandelt werden

Oberbürgermeister Klaus Mohrs forderte kürzlich in Hinblick auf die langfristige Planung des Klinikums, dass Wolfsburger die Möglichkeit haben müssen, sich für normale Fälle in Wolfsburg behandeln lassen zu können und zu wollen. Auch hier sieht Küster das Klinikum auf einem guten Weg: „Wir sind bei vielen von der AOK geforderten Mindestmengen an Operationen bereits darüber. Selbst der VfL Wolfsburg nutzt für sein Bundesligateam ja einernunserer Ärzte, Dr. Wilhelm. Wenn es also nicht gerade um eine Herztransplantation geht, dann können wir an sich hier alles gut behandeln“, so der Klinikchef. „Aber solche Krankheiten meinte Herr Mohrs ja auch nicht. Die Planung geht zumindest nicht da hin“, schmunzelte Köster. „Klar ist aber auch, dass wir weiterhin bestrebt sind, uns in allen Bereichen weiterzuentwickeln. Wir wollen die Erwartungen der Bürger erfüllen“.

Verbesserungspotenzial sieht Köster zum Beispiel im Bereich der medizinischen Qualität und der Reduzierung der Wartezeiten. „Wir sind gerade im Hinblick auf die Wartezeiten sehr bestrebt, transparent zu sein durch unser Triage-System. Aber die Tage im Krankenhaus sind leider nur zu 50 Prozent planbar und oft sitzen eben leider auch Leute mit einem Schnupfen in der Notaufnahme, die wir schon rein rechtlich nicht wegschicken dürfen. Das führt leider auch zu Wartezeiten“. Nicht zu verbessern ist laut Köster die Hygiene, die oft bemängelt wird von aussen: „Auch wenn es an manchen Ecken nicht schön aus sieht, ist es hier dennoch sauber und hygienisch. Die Optik ist eher dem Alter des Hauses geschuldet als dass hier nicht auf Hygiene geachtet wird“. Pressesprecher Thomas Helmke schiebt an dieser Stelle ein, „dass alle unsere Mitarbeiter hier speziell geschult werden beziehungsweise sind und wir bereits eine Ärztin hatten, die für Hygiene zuständig ist, bevor es überhaupt Pflicht wurde“.

Thomas Helmke, Pressesprecher Klinikum Wolfsburg

Grundsätzlich werde aber jeder Beschwerde oder jedem Patientenhinweis nachgegangen, sei es Hygiene oder ein sonstiges Problem. „Manchmal haben sich aber alte Probleme im Kopf der Leute festgesetzt, obwohl wir diese schon längst behoben haben“, so Köster. „Grundsätzlich wollen wir uns aber im Sinne der Patienten verbessern und die Veränderungen im Haus konsolidieren“.

Geriatrie wird in Zukunft wichtiger werden

Beim Blick in die Zukunft nannte Köster neben der Patientenzufriedenheit auch ein persönliches Ziel: „Ich würde gerne immer eine schwarze Null schreiben. Wir wollen der Stadt natürlich nicht auf der Tasche liegen“.

Die Geriatrie werde in Kösters Augen deutlich an Bedeutung gewinnen in der Zukunft. „Die Menschen werden immer älter, die Behandlungen aber auch immer besser. Wir wollen natürlich den Prozess fortsetzen und die durchschnittliche Verweildauer im Krankenhaus weiter senken. Der Trend geht immer mehr hin zu ambulanten Behandlungen“.

Ein Wunsch nannte Köster auch noch abschließend für die Zukunft: „Ich würde mir wünschen, wenn die Leistungsanbieter mehr Anerkennung für ihre Arbeit bekommen würden. Die Wahrnehmung ist ja leider immer, dass wir Kosten verursachen, nicht dass wir auch eine Leistung bringen – und ich kann mit Stolz sagen, dass wir hier in Wolfsburg eine tolle Leistung bringen“.

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