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Krätzefälle gemeldet: Gefahr für die ganze Region?

3. April 2018 von
Neben dem allbekannten Juckreiz kann es zum Auftreten von weiteren Symptomen kommen. Aber nicht jeder Juckreiz ist auch automatisch Krätze. Symbolfoto: Archiv
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Region. Nach gemeldeten Krätzefälle in den Landkreisen Uelzen und Lüchow-Dannenberg und ersten Meldungen auch im Landkreis Gifhorn hat regionalHeute.de nachgefragt, wo die Krankheit herkommt und ob die Meldungen ein ernsthafter Anlass zur Sorge sind. Breitet sich die Krankheit aus oder sind die gemeldeten Fälle gar nichts Besonderes?

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„Generell ist Krätze nicht meldepflichtig“, beginnt Herr Kraft vom Gesundheitsamt Gifhorn die Erklärung zu den aktuellen Vorfällen. Nur wenn Fälle in Gemeinschaftseinrichtungen, wie zum Beispiel Kindergärten auftreten würden, wäre die Information über das Auftreten der Hautkrankheit weiterzuleiten. „Solche Fälle sind uns aber zur Zeit nicht bekannt. Es sind Einzelpersonen und Familien, die sich bei uns melden und nachfragen, was sie tun sollen“, so Kraft weiter. 

„Skabies (Krätze) kommt vor, das ist nichts ungewöhnliches.“, erklärt auch Rainer Keunecke, Pressesprecher der Stadt Braunschweig. „Skabies kommt weltweit vor und betrifft Personen jeden Alters, besonders Kinder, weil sie in Gemeinschaftseinrichtungen auf engem Raum zusammen leben.“, führt er weiter aus. Deshalb seien Ausbrüche der Krankheit in solchen Institutionen meldepflichtig.

„Gemeldet wird der Verdacht“

Aber nicht immer sei ein juckender Hautausschlag gleich Krätze. Es gebe noch einige Differentialdiagnosen. Gemeldet werde also zunächst einmal der Verdacht auf die Krankheit. Insofern geben die genannten Zahlen nicht die wirklichen Fälle an, da sie nicht ärztlich bestätigt seien, berichtet Dr. Doris Arnold, Leiterin des Gesundheitsamtes in Peine. Zur Herkunft weiß Sie Folgendes zu sagen: „Ursache für Scabies sind Krätzemilben mit Wirtsspezifität für den Menschen. Sie sind weltweit verbreitet. Es können Angehörige aller Altersklassen erkranken. In Nordeuropa ist die Ausbreitung der Krätze im Herbst und im Winter größer als zu anderen Jahreszeiten.“

Die Symptome

„Neben dem Juckreiz kann ein Brennen auf der Haut auftreten.“, ergänzt Arnold. „Wenige Wochen später kann es zu einem generalisierten Hautausschlag (Sekundärexanthem ) kommen. Bei beeinträchtigtem Immunsystem kann es zum Bild einer hochkontaginösen, nur noch schwach juckenden, aber von starker Schuppen-und Borkenbildung begleiteten Scabies norwegica kommen.“

Die Behandlung

Die Fachkräfte sind sich jedoch einig: Die Krankheit ist sehr leicht behandelbar und stellt insgesamt kein besonderes Problem dar. Der ganze Körper werde mit einer entsprechenden Salbe eingecremt, die zwölf Stunden auf der Haut verbliebe und die Milben vernichte. Zusätzlich sollten Kleidung und Bettwäsche ausgetauscht und auf 60 Grad gewaschen werden. Krätzemilben würden bei einer Temperatur von 50 Grad innerhalb von Minuten absterben, geht aus einem Informationsblatt des Gesundheitsamtes Wolfenbüttel hervor, dass über den generellen Umgang mit der Krankheit aufklärt. Falls nötig, werde die Prozedur nach einer Woche wiederholt oder entsprechende Tabletten verschrieben.

Eine Gefahr?

Die Fälle in den Landkreisen Uelzen, Lüchow-Dannenberg und Gifhorn seien aber keineswegs ein Grund zur Sorge. „Das gelegentliche Auftreten ist ganz normal und kommt öfter vor.“, betont Kraft vom Gesundheitsamt Gifhorn. Keinesfalls sei von einer ungewöhnlichen Ausbreitung oder Vermehrung der gemeldeten Fälle zu sprechen. Die Behandlung schlage in 95% der Fälle sofort an, der Rest wenige Zeit später. Die Betroffenen würden für einige Tage aus den Gemeinschaftseinrichtungen genommen und zu Hause behandelt. Nur bei einer Nichtbehandlung sei eine Ausbreitung der Verdachtsfälle zu erwarten.

Weitere Informationen finden Sie im Internet auf den Seiten des Robert Koch-Institutes (www.rki.de/skabies).

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