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Niedersachsens erste öffentliche Wasserstofftankstelle eröffnet

27. März 2018 von
Dr. Bernd Althusmann, Minister für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung des Landes Niedersachsen, ließ sich die Gelegenheit nicht nehmen, den "Zapfhahn" zu bedienen. Fotos/Video: Nino Milizia
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Wolfsburg. Am heutigen Dienstag weihte im Beisein von Dr. Bernd Althusmann, Minister für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung, und Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, CEP-Partner Air Liquide seine H2-Tankstelle, die erste in Niedersachsen, offiziell ein.

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Die Tankstelle befindet sich bereits seit letztem August in Betrieb und gehört zu den ersten 50 Tankstellen, die bundesweit im Rahmen der Clean Energy Partnership (CEP) und Fördermitteln des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) errichtet werden. Die Station in der Schulenbergallee wurde vom BMVI mit zirka 900.000 Euro gefördert und ist nach der in Mühlheim an der Ruhr die erst zweite Wasserstofftankstelle Deutschlands, die aus einer Kooperation von Air Liquide und Orlen Deutschland/Star-Tankstellen hervor ging. Während zukünftig H2 Mobility den Betrieb übernehmen wird, unterstützte Volkswagen die Eröffnung vor Ort.

Der Tankvorgang soll dem von konventionellen Fahrzeugen ähneln und in drei bis fünf Minuten abgeschlossen sein, die durchschnittliche Reichweite einer Tankfüllung betrage 500 Kilometer. Der besondere Clou: Elektromobilität in Kombination mit Wasserstoff soll lokal weder Schadstoffe noch CO2-Emissionen verursachen. Der Strom wird dadurch erzeugt, dass in der Brennstoffzelle Wasserstoff mit Luft reagiert und dabei Strom entsteht. Während heute 43 Stationen betriebsbereit sind, befinden sich 33 weitere in Bau und Planung. Für 2018/19 ist die Zahl 100 schon anvisiert, am Ende sollen es immerhin 400 Tankstellen werden.

Niedersachsens erste öffentliche Wasserstofftankstelle

Dr. Bernd Althusmann Foto: CDU

Dr. Bernd Althusmann zeigte sich von dieser Technik vollkommen überzeugt: „Die Brennstoffzellentechnologie und das damit verbundene ökonomische Potenzial haben für unser Bundesland eine hohe Bedeutung. Es ist unser Anspruch, als Innovations- und Wissenschaftsstandort vorausschauend in unterschiedliche Technologien der Zukunft zu investieren. Wir wollen die Zukunftstechnologien der Mobilität in Niedersachsen etablieren und unsere technologische Spitzenstellung im Automobilbau weiter ausbauen. Diese Tankstelle wird der erste Schritt eines erfolgreichen Weges der Brennstoffzellentechnologie bei uns in Niedersachsen sein.“

Enak Ferlemann

Enak Ferlemann outete sich als großer Fan der Wasserstofftechnologie: „Emissionsfrei, leise und hocheffizient – Wasserstoff ist einer der Energieträger der Zukunft. Wir brauchen bei der Elektromobilität ein Urvertrauen der Autofahrer, dass sie jederzeit und überall tanken können. Daher unterstützt das BMVI den Aufbau einer Infrastruktur für E-Fahrzeuge mit Wasserstoff/Brennstoffzelle. Dies ist ein wichtiger Schlüssel zur Marktdurchsetzung dieser Technologie. Die neue Wasserstoff-Tankstelle in Wolfsburg ist ein Schritt in die richtige Richtung.“

Günter Lach

Dem konnte Günter Lach, Bürgermeister der Stadt Wolfsburg, nur beipflichten: „Ich freue mich sehr, dass wir heute die erste öffentliche Wasserstofftankstelle Niedersachsens in Wolfsburg einweihen können. Das zeigt neben der erfolgreichen Zusammenarbeit bei der E-Mobilität zwischen Stadt und VW die Bedeutung Wolfsburgs als wichtigen Mobilitätsstandort und als Ort, an dem es sich lohnt, innovative Technologien zu testen und umzusetzen.“

Keine Treibhausgase, keine Partikel, kein Lärm

Frédéric Minaud

Frédéric Minaud, Geschäftsführer Air Liquide Advanced Technologies GmbH, zeigte noch einmal die Vorteile der Technik auf: „Wasserstoff bietet eine ganze Reihe von Vorteilen für saubere Mobilität. Er verursacht am Point of Use keinerlei Emissionen: keine Treibhausgase, keine Partikel, keinen Lärm. Wasserstoff gibt eine konkrete Antwort auf die Herausforderungen nachhaltiger Mobilität sowie die lokale Umweltbelastung in Ballungsgebieten und trägt zur Verbesserung der Luftqualität in unseren Städten bei. Air Liquide engagiert sich seit 20 Jahren für eine umfassende Nutzung von Wasserstoffenergie, insbesondere im Verkehrssektor. Wir freuen uns, heute die allererste Wasserstofftankstelle in Niedersachsen offiziell einzuweihen und damit einen weiteren Beitrag zum Aufbau des europaweit größten Netzes von Wasserstoffstationen zu leisten.“

Dr. Ulrich Eichhorn

Dr. Ulrich Eichhorn, Leiter Forschung und Entwicklung der Volkswagen AG: „Um nachhaltige und bezahlbare Mobilität für viele Menschen weltweit zu ermöglichen, setzen wir bei Volkswagen auf das gesamte Antriebsspektrum, von konventionell bis rein elektrisch. Zukünftig wollen wir unser Portfolio gezielt auch um die Brennstoffzelle erweitern, an der wir bereits seit gut 20 Jahren forschen. Erst kürzlich haben wir ein entsprechendes Center of Excellence bei Audi etabliert, wo die Brennstoffzellentechnologie für den gesamten Konzern weiterentwickelt und in den nächsten Jahren bis zur Marktreife zunächst für Kleinserien gebracht werden soll. Wir gehen davon aus, dass die Brennstoffzelle mittel- bis langfristig eine spezifische Ausprägungsform der Elektromobilität sein wird, insbesondere für Langstrecken – schließlich fährt ein Brennstoffzellenfahrzeug ebenfalls elektrisch, da die Brenstoffzelle eine mit Gas schnell aufladbare elektrische Quelle ist.“

Großer Medienrummel um die neue Wasserstofftankstelle. Althusmann machte als Tankwart eine gute Figur.

Nikolas Iwan

Nikolas Iwan, Geschäftsführer H2 Mobility Deutschland GmbH & Co. KG, ging auf die kommenden Fahrzeugmodelle ein: „Die neuen Modelle Mercedes-Benz GLC F-Cell und Hyundai Nexo sind ab Sommer 2018 erhältlich, der Toyota Mirai feiert schon seit einem Jahr Erfolge. Damit nimmt die Anzahl der Wasserstoff-Fahrzeuge und -Modelle stetig zu. Parallel dazu bauen wir das Netz weiter aus. Wasserstoff kommt, weil es mehr und mehr Unternehmen und Privatpersonen überzeugt, den gewohnten Komfort mit großen Reichweiten und kurzen Tankzeiten mit sauberer Elektromobilität zu verbinden.“

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