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Kunstmuseum zeigt „Robert Lebeck. 1968“

13. März 2018
Aktuell wird im Kunstmuseum Wolfsburg die Ausstellung von Robert Lebeck gezeigt. Foto: Magdalena Sydow
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Wolfsburg. Aktuell wird im Kunstmuseum Wolfsburg die Ausstellung "Robert Lebeck. 1968", die in Kooperation mit dem Institut für Zeitgeschichte und Stadtpräsentation erarbeitet wurde, gezeigt. Dies teilt die Stadt Wolfsburg mit.

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Mit der Ausstellung schließt sich im Grunde ein Kreis. Denn als Robert Lebeck 1962 seine erste große Einzelausstellung im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe realisierte, die Fotografien seiner großen Reportagen aus Tokio, Moskau und Leopoldville präsentierte, wurde sie im Herbst des Jahres auch der Stadt Wolfsburg als mögliche Station angeboten. In seinem Schreiben vom 10. Oktober 1962 verwies der damalige Leiter der Staatlichen Landesbildstelle Hamburg, Fritz Kempe, selbst gelernter Fotograf, auf die positive Resonanz der Ausstellung, deren „rund 250 Bilder nicht nur von einer ausserordentilchen fotografischen Leistung, sondern auch von den jüngsten politischen Entwicklungen in der Welt Zeugnis ab[legen]“.

In der Tat schrieben einzelne der gezeigten Aufnahmen Fotogeschichte, so die Fotografie „Des Königs Degen“, das als Covermotiv zahlreicher Illustrierter und Zeitungen des Jahres 1960 als Symbol für den Freiheitsdrang des afrikanischen Kontinents gelesen werden kann. Oberstadtdirektor Dr. Wolfgang Hesse schickte nur wenige Tage später eine abschlägige Antwort nach Hamburg: Die Stadt Wolfsburg könne die Ausstellung nicht zeigen, so seine Begründung, „da geeignete Räume auf weite Sicht nicht zur Verfügung“ stünden. Tatsächlich nutzte die Stadt in jenen Jahren mitunter die Bürgerhalle des Rathauses als Ausstellungsraum genutzt, doch hätte diese die große Anzahl der Fotografien nicht beherbergen können. Warum der Oberstadtdirektor jedoch nicht die 1958 eingeweihte Stadthalle in Betracht zog, in der noch vor Fertigstellung bereits im Mai des 1958 die Lovis-Corinth-Ausstellung gezeigt wurde, kann nicht rekonstruiert werden.

Damals wurde Chance vertan

Mag damals auch die Chance verpasst worden sein, mit Robert Lebeck einen der wichtigsten Fotojournalisten seiner Zeit zu präsentieren – eine verpasste Gelegenheit, die mit der aktuellen Ausstellung mehr als ein halbes Jahrhundert später nachgeholt wird –, so verrät diese Episode dann doch etwas über die Geschichte der Stadt Wolfsburg. Ist auch nicht bekannt, welchen anderen Städten die Ausstellung zur Übernahme angeboten wurde, so kann konstatiert werden, dass Wolfsburg offenbar als eine Stadt wahrgenommen wurde, die sich gegenüber der jungen Kunst, und das schließt auch die Fotokunst mit ein, aufgeschlossen zeigte. Mit Sicherheit hing das mit dem 1959 erstmals durchgeführten städtischen Kunstpreis Junge Stadt sieht junge Kunst zusammen, mit dem Wolfsburg rasch auch überregionale Aufmerksamkeit erlangen sollte. Auch waren im Feld der Kunst mit Hamburg bereits seit Mitte der 1950er Jahre erste Bande geknüpft, hatte doch Hesse im Hamburger Auktionshaus Hauswedell erste Grafiken der Klassischen Moderne für die städtische Kunstsammlung angekauft.

Über die damalige Ausstellung Tokio. Moskau. Leopoldville. Robert Lebeck. Reportagefotos aus drei Erdteilen schrieb Kempe in der begleitenden Broschüre einen Satz, der auch für die aktuelle Lebeck-Ausstellung in Wolfsburg Gültigkeit hat: „Erst in der ausstellungsmäßigen Vergrößerung und Gruppierung machen sie [die Bilder] deutlich, was im Pressealltag leicht übersehen wird, daß nämlich die Geschichte unserer Tage nicht nur von den Ereignissen, sondern auch von den Fotografen geschrieben wird.“

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