Große Schäden im Hohnstedter Holz

10. September 2019
Das Ausmaß der Schäden im Hohnstedter Holz sei riesig. Foto: Niedersächsische Landesforsten
Wolfsburg. Das Hohnstedter Holz südlich von Mörse und Ehmen ist ein wertvoller, alter Wald, beherrscht von alten Buchenwäldern und eingemischten Eichen. Die Rotbuchen sind oft mehr als hundert Jahre alt, die Eichen vielfach über 200 Jahre. Nach der extremen Dürre des Vorjahres haben sich im Mai dieses Jahres die Befürchtungen der Forstleute bewahrheitet. Dass die Forstleute nun handeln müssen, berichten die Landesforsten.

Dirk Schäfer, Leiter der Revierförsterei Wolfsburg, sei von der Situation betroffen: „Anders als bei Fichten und Lärchen zeigen sich die Trockenheitsschäden bei der Buche oft erst zeitverzögert, manchmal erst nach 2-3 Jahren. Doch schon im Mai 2019 wurde deutlich, dass viele Bäume zwar noch grün wurden, aber dann schlicht abgestorben sind – sie sind schlicht vertrocknet.“ Die Schadsymptome seien über den Sommer beobachtet worden. Die auch für Waldbesucher offenkundigen Blattverluste und Absterbeerscheinungen haben immer mehr zugenommen. Letztlich habe Schäfer entschieden, das Hohnstedter Holz und auch das Hattorfer Holz vollflächig zu kartieren. Alle schwer geschädigten oder abgestorbenen Bäume seien mit roten oder blauen Punkten markiert worden.

Die Bäume sind vertrocknet

Andreas Baderschneider, Leiter des Forstamtes Wolfenbüttel, erklärt: „Uns war es wichtig, das Schadausmaß zu dokumentieren. Das Hohnstedter Holz gehört zum FFH Gebiet „Eichenwälder zwischen Braunschweig und Wolfsburg“. Wir sind verpflichtet, es in einem guten Erhaltungszustand zu erhalten – auf die aktuell sichtbaren Schäden haben wir aber keinen Einfluss. Sie sind Folgen des Klimawandels, der nun hier angekommen ist. Damit müssen wir umgehen, das Phänomen eingehend untersuchen und Folgerungen für die künftige Waldentwicklung ableiten.“ Aktuell beginnen in den Wäldern um Wolfsburg Fällarbeiten. Die Bäume, deren Genesung nicht mehr zu erwarten ist, werden überwiegend gefällt. Das Holz sei teilweise noch zu verwerten – schon einige Monate später werde dies aufgrund von Fäulepilzen nur noch stark eingeschränkt möglich sein. Gerade Buchenholz sei anfällig für sich schnell ausbreitende Holzfäulen.

Außerdem drohen durch herabfallende und marode Äste für Waldbesucher erhebliche Gefahren. Das Betreten des Waldes geschehe zwar immer auf eigene Gefahr. Das Ausmaß der Schäden sei aber riesig. Ohne Fällung der Bäume wäre die Sperrung des kompletten Waldes unumgänglich. Dies möchten die verantwortlichen Forstleute vermeiden. Dirk Schäfer erläutert: „Uns ist daran gelegen, dass der Wald sicher betreten werden kann. Wir müssen in diesem Winter deswegen deutlich mehr Holz ernten als geplant. Je länger wir mit der Fällung warten, desto brüchiger werden die Kronen. Das hat nicht nur negativen Einfluss auf die Verwertbarkeit des Holzes, sondern auch auf die Sicherheit der Forstwirte. Die Arbeit an den brüchigen Buchen ist sehr gefährlich.“

Klimawandel ist jetzt da

Für die Dauer der Fällarbeiten werden einzelne Wege zeitweise gesperrt. Die Arbeiten werden über Monate anhalten, vielerorts werden große Mengen von Baumstämmen an den Wegen lagern. Deren Abtransport werde sich lange hinziehen. Auch über „den neuen Wald“ machen sich die Forstleute Gedanken. Meist stehe unter den Buchen schon Naturverjüngung – von selbst aufgekeimte junge Buchen und Ahorne. Diese werden nun schneller den neuen Wald bilden, als noch vor zwei Jahren absehbar. An einigen Stellen seien auch Pflanzmaßnahmen in Überlegung. Die Katastrophe biete vielleicht auch eine Chance für junge Eichen. Diese brauchen viel Licht, das nun unter dem aufgelichteten Kronendach vorhanden sei.

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