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KiTa-Plätze in Wolfsburg: Nicht alle bekommen den Wunschplatz

11. Mai 2018 von
Auch in Wolfsburg ist das Thema der KiTa-Plätze ein relevantes. Symbolfoto: Sandra Zecchino
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Wolfsburg. Das Thema der KiTa-Plätze beziehungsweise der KiTa-Platzvergabe ist noch immer in aller Munde. In gefühlt ganz Deutschland herrscht ein Platz- und Fachkräftemangel für die Betreuung von Kindern vor dem schulpflichtigen Alter. Auch in Wolfsburg hat das Thema dementsprechend einen besonderen Stellenwert.

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„Für das am 1. August 2018 startende neue Kita-Jahr konnten sich Eltern bis zum 28. Februar im Online-Portal „Wolles Welt“ (www.wolfsburg.de/wolles-welt) anmelden. Grundsätzlich ist hierzu zu sagen, dass die Belegung der Betreuungsplätze dezentral durch die jeweiligen Kita-Leitungen entsprechend der Vergabekriterien unter Berücksichtigung des Elternwunsches erfolgt“, berichtet Ralf Schmidt, Pressesprecher der Stadt Wolfsburg.

„Insgesamt können Betreuungsanfragen bei bis zu fünf verschiedenen Einrichtungen erstellt werden. Für jede Betreuungsanfrage kann eine Priorität festgelegt werden. Die Prioritäten 1 (höchste) bis 5 (niedrigste) können systembedingt pro Kind nur einmal vergeben werden, daher sollten die fünf Prioritäten immer ausgeschöpft werden“, erläutert Schmidt zu den Vergabeverfahren um die Plätze in Wolfsburg.

Chancen durch Nachrückerlisten

„Für den Fall, dass vereinzelt Eltern nicht sofort einen Betreuungsplatz erhalten, besteht für diese die Möglichkeit, einen Platz über die Nachrückerliste zu bekommen. Eine abgelehnte Betreuungsanfrage bleibt noch bis zu drei Monate weiter auf der Liste der jeweiligen Einrichtung. Sofern sich in dieser Zeit freie Plätze ergeben, kann noch nachträglich eine Reservierung erfolgen. Bei dringend benötigter Betreuung können sich Eltern an den Familienservice Wolfsburg e.V. wenden. Der Familienservice unterstützt die Familien bei der Betreuungsplatzsuche nach einem dem Alter des Kindes entsprechenden Betreuungsplatz in der Kindertagespflege oder in der Kindertagesstätte,“ so Schmidt.

Die Versorgung

Im neuen Kita-Jahr 2018/2019 werde voraussichtlich eine Versorgungsquote von 64 Prozent für die unter dreijährigen Kinder und rund 102 Prozent für die über dreijährigen Kinder bis zum Schuleintritt erreicht. Wolfsburg nehme damit in der Versorgung bereits jetzt schon einen Spitzenplatz in Niedersachsen ein.

Bis Ende 2020 sei es angedacht, rund 800 weitere neue Kindergarten- und Krippenplätze zu schaffen. Es werde eine Versorgungsquote für Kinder unter drei Jahren von 70 Prozent angestrebt und für Kinder über drei Jahren sei bereits eine Versorgungsquote von über 100 Prozent geschaffen.

Dennoch sei es nicht immer möglich, jedem einzelnen Anmeldewunsch zu entsprechen; daher sei auch eine gewisse Flexibilität seitens der Eltern erforderlich.

Ein bundesweites Problem

Die angespannte Lage auf dem Fachkräftemarkt sei ein bundesweites Problem, das sich in absehbarer Zeit nicht ändern werde und an dem auch die geplanten Änderungen des Landes an der Ausbildung keine kurzfristige Entspannung sorgen würden. Dem akuten Fachkräftemangel begegne die Stadt Wolfsburg daher sehr aktiv, erläutert Schmidt in Bezug auf den Umgang der Stadt mit dem Problem.

Für die Wolfsburger Kita-Landschaft gebe es zwei Fachschulen vor Ort, die BBS III, Anne-Marie-Tausch und das Diakonie-Kolleg. Das Angebot an Schulplätzen wäre in den beiden zurückliegenden Jahren massiv erweitert worden, insbesondere wurden Klassen für Quereinsteiger geschaffen, um eine berufsbegleitende Ausbildung zu ermöglichen.

Förderungsprojekte laufen bereits

Weiterhin existiere seit Mitte 2017 die Richtlinie des Landes Niedersachen über die Gewährung von Zuwendungen zur Verbesserung der Qualität in Kindertagesstätten (QuiK). „Im Rahmen dieser Richtlinie ist es möglich, bis Ende 2021 eine Landesförderung in Höhe von 1,25 Millionen Euro jährlich zu beantragen. Hierdurch wird die Förderung einer zusätzlichen T50-Stelle sowie begleitender Einführungskurse für jede der nunmehr 59 Wolfsburger Kindertagesstätten finanziert. Die Stellen dienen der einjährigen Qualifizierung von Quereinsteigern zur sozialpädagogischen Assistenz“, erklärt Schmidt auf Anfrage von regionalHeute.de. „Um aber bis zu 120 Quereinsteigern bis 2021 in einem Stufenmodell über die Ausbildung zur sozialpädagogischen Assistenz und innerhalb von vier Jahren die berufsbegleitende Qualifikation bis zur Erzieherin zu ermöglichen, wird die Förderung seitens der Stadt noch einmal um jährlich 1,25 Mio. Euro verdoppelt.“

Zudem habe die Stadt Wolfsburg zu Beginn des Jahres 2018 gemeinsam mit der Universität von Chieti /Pescara eine Kooperation bis zum Jahr 2025 initiiert, durch welche jährlich mindestens zehn Hochschulabsolventen aus dem Bereich Geisteswissenschaften die Möglichkeit hätten, ein Arbeitsverhältnis in Wolfsburg einzugehen. Außerdem arbeite die Stadt gemeinsam mit den freien Trägern und den örtlichen Fachschulen daran, die vor Ort in Ausbildung befindlichen Schüler und Schülerinnen möglichst frühzeitig in den Kindertagesstätten zu binden. Auch ein Pilotprojekt zur überregionalen Fachkräftegewinnung gemeinsam mit der Wolfsburg AG wäre abgeschlossen worden.

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